Ich hatte meine “große” Kamera (D80) schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr in der Hand. Irgendwie hat es sich nicht ergeben. Entweder hatte ich keine Gelegenheit, ausgiebig zu fotografieren, oder keine Lust. Ich fand das zwar zwischendurch etwas schade, aber auch nicht weiter schlimm. Außerdem habe ich in dieser Zeit genügend Fotos mit dem iPhone geschossen, welche ich auch nicht so schlecht finde. Ein anderer Stil, aber nicht schlecht :)
Letzte Woche war es dann aber doch wieder so weit. Ich hatte Gelegenheit zu einer ausgedehnten Fototour und auch große Lust dazu. Also schnappte ich meine D80, die glücklicherweise mit allem Zubehör noch in der Fototasche war, und machte mich auf den Weg. Ich nahm mir wieder vor, ohne Zwang an die Sache ranzugehen. Wenn ich keine Fotos machen würde, dann halt nicht. Kein Problem. – Und so spazierte ich durch die Gegend. Anfangs war es einfach “nur” ein Spaziergang an der frischen Luft. Mit der Zeit, und mit dem Hintergedanken der Motivsuche, stellte sich aber dann ein ganz tolles Gefühl ein. Ich fühlte mich wie ein kleines Kind, das die Welt entdeckt. Ich kletterte durch’s Gestrüpp und kam an Stellen, an die ich sonst nie gekommen wäre. Als einfacher Spaziergänger würde man sich etwas blöd vorkommen, abseits der Wege, wie ein Kind, herumzuklettern. Aber mit der Kamera als Alibi ist das eine tolle Sache :)
Und für mich ist genau dieses Gefühl und die Möglichkeit, die Welt anders wahrzunehmen, der Antrieb für meine Fotografie. Auch wenn manchmal große Pausen dazwischen sind :)
Ja, und ein paar Fotos sind dabei natürlich auch rausgekommen:
Seit einiger Zeit bin ich unzufrieden mit flickr als Internetheimat für meine Fotos. Mich stören vor allem die fehlenden Optionen, um die Fotos z.B. vor dunklem Hintergrund zu präsentieren oder einfach die Fotoseiten selbst zu gestalten. Als Alternative habe ich dann ein Photoblog auf Basis von Pixelpost installiert, für das mir aber irgendwie das Händchen fehlt, das einigermaßen gutaussehend und flexibel einzurichten.
So habe ich mich also wieder einmal auf die Suche nach einem Fotoservice gemacht, der ansprechend aussieht und sich an meine Vorstellungen anpassen lässt. Dabei bin ich auf smugmug gestoßen, welches ich schon einmal vor ein paar Jahren getestet hatte. Damals entschied ich mich aber für flickr, weil es dort einen kostenlosen Account gibt und weil mich die flickr-community damals noch interessierte. Diesmal sieht es aber so aus, als würde ich mich für smugmug entscheiden.
Im Moment nutze ich noch die kostenlose 14-tägige Testphase für das “Power”-Paket, welches später knapp $60 pro Jahr kosten wird. In der Testphase werde ich noch ein wenig mit den verschiedenen Möglichkeiten spielen und testen, was sich noch so alles damit anstellen lässt. Mit dem aktuellen Ergebnis bin ich schon ziemlich zufrieden und ihr könnt es schon mal unter fotos.thomas-stark.net begutachten.
Als Alternative steht dann noch pixyblog auf meinem Testprogramm, welches die Fotos in einem eleganten Fotoblog präsentiert, was man z.B. auf from10to300mm.com sehen kann. Im Grunde gefallen mir beide Lösungen sehr gut. Aber da beide Geld kosten, werde ich mich in naher Zukunft für einen Dienst entscheiden müssen. Mal sehen :)
Vor ein paar Jahren, als ich mit dem Fotografieren angefangen habe, hätte ich es nicht für möglich gehalten, einmal einen positiven Artikel mit dieser Überschrift zu schreiben. Seit Kameras zur Standardausstattung von Mobiltelefonen gehören knipst die ganze Welt wie wild alles, was sich einigermaßen auf den kleinen Sensor quetschen lässt. Ich dagegen habe mich immer mit den “besseren” Kameras vergnügt, zuerst ein paar digitale Kompaktkameras und zuletzt eben meine (immer noch geliebte) D80. In den letzten Jahren besaß ich natürlich auch ein paar Handykameras, die ich aber immer links liegen ließ, oder noch schlimmer: Ich blickte fast mit Verachtung auf diese “minderwertige Knipserei” herab. Natürlich widerspricht das dem Grundsatz, dass der Fotograf und nicht die Kamera die Fotos macht, aber ich konnte einfach nichts damit anfangen. Auch als ich vor ca. 2 Jahren mir mein erstes iPhone kaufte, änderte sich meine Meinung nicht. – Gut, die iPhonekamera war auch nicht gerade die Beste :)
Brücke
Doch in den letzten Wochen (bzw. Monaten) hat sich meine Meinung ziemlich extrem geändert. Zum einen erschienen immer mehr und immer bessere Apps für das iPhone, mit denen direkt am Gerät die Fotos bearbeitet werden können und außerdem bin ich seit ein paar Wochen stolzer Besitzer eines iPhone 3GS. Gut, das klingt jetzt vielleicht doch etwas zu euphorisch. Die Kamera im 3GS ist mit ihren 3 Megapixeln jetzt auch nicht der Überflieger und von so einer Minioptik vor einem Minisensor kann man natürlich auch keine 1A-Fotos erwarten. Aber das spielt seltsamerweise keine große Rolle mehr. Viel wichtiger ist für mich im Moment die Möglichkeit, sofort an Ort und Stelle ein (in meinen Augen) fertiges Foto zu erhalten. Ich meine, früher legte man einen Film in seine Kamera, fotografierte diesen voll, gab ihn ab, und nach einiger Zeit hatte man die fertigen Fotos in der Hand (diese Zeit ging übrigens fast fotofrei an mir vorüber). Danach begann das Zeitalter der digitalen Fotografie. Man fotografierte, setzte sich zuhause an den Rechner, bearbeitete evtl. die Fotos und hatte so schon relativ schnell die fertigen Bilder vor Augen. Das war die Zeit, als ich mich mehr für die Fotografie zu interessieren begann. Ich hatte (und habe) die Möglichkeit, viel schneller zu lernen und meine Fotos zu optimieren. Sowohl in der Bearbeitung, als auch das Fotografieren selbst.
Waiting
Und jetzt? Jetzt gehe ich raus, sehe ein Motiv, hole mein iPhone (das eh immer dabei ist) aus der Tasche, drücke ab, und kann jetzt sofort – und während ich noch in dieser Stimmung uns Szenerie bin – das Foto bearbeiten, an meine Vorstellungen anpassen und innerhalb von ein paar Minuten ist das Foto fertig und wird in die große Welt des Internets entlassen. Das gibt den Fotos meiner Meinung nach einen ganz besonderen Reiz, da es nicht mehr diesen (auszugleichenden?) Unterschied zwischen der Stimmung am Aufnahmeort und der Stimmung bei der Bearbeitung gibt. Natürlich ist es am kleinen Bildschirm nicht ganz so einfach, das Foto in seiner Wirkung einzuschätzen und eine etwas höhere Auflösung der Bilder wäre auch nicht schlecht, aber ich finde die Qualität der Fotos ehrlich gesagt ausreichend, um nicht nur von einer Spielerei zu sprechen. Und außerdem bewahrheitet sich hier wieder die Aussage von Chase Jarvis der sagt, dass die beste Kamera die ist, die man eben gerade dabei hat.
Ruhe am See
Mein aktueller Workflow sieht so aus, dass ich die Fotos meistens mit der mitgelieferten Kamera-App mache, damit die Originalfotos auf jeden Fall gespeichert werden. Danach landen viele Fotos in “Perfect Photo” (iTunes-Link), werden “begradigt” und evtl. zur Optimierung der Komposition etwas beschnitten. Je nach Bedarf lässt sich hier auch noch etwas am Histogramm schrauben oder noch weitere Bearbeitungen durchführen (was ich z.Zt. aber nicht oft mache). Die nächste Station für die Fotos heißt dann im Moment meistens “Best Camera” (iTunes-Link). Die noch relativ junge App bietet einige Filter an, die sich in sämtlichen Kombination über die Fotos legen lassen. Ich muss zugeben, dass ich mir Einstellmöglichkeiten für die einzelnen Filter wünschen würde, aber auch mit den aktuell starren Filtern lassen sich sehr gute Ergebnisse erzielen.
Starnberger See I
Um nicht zu technisch zu werden, möchte ich jetzt nicht viel mehr über bestimmte Apps schreiben. Ich habe in letzter Zeit viele getestet und werde in Zukunft auch noch einige auf meinem iPhone installieren. Der oben beschriebene Workflow wird sich aufgrund der vielen neuen Apps und der für mich noch neuen Möglichkeiten sehr schnell und noch sehr oft ändern. Wer noch nähere Fragen zu bestimmten Fotoapps hat, kann diese mir gerne stellen. Vielleicht kann ich ja etwas dazu sagen. Außerdem bin ich auch über jeden Tipp dankbar, falls jemand eine gute App für Fotos kennt :)
Als Kanal für meine iPhone-Fotos habe ich mich übrigens mehr oder weniger für Posterous entschieden. Wer sich also für die Fotos interessiert, kann gerne in meiner iPhonegallery vorbeischauen.
…mich. “Was ist denn das jetzt schon wieder?” wird sich vielleicht der eine oder andere Leser denken. Nun, es handelt sich dabei um ein “Stöckchen”, welches mir der Sven aus Finnland zugeworfen hat. Zuerst dachte ich mir auch, was das denn sei, aber es sieht mal ganz interessant aus und ich mache gerne mit, zumal es auch eine gute Gelegenheit ist, hier mal wieder etwas zu bloggen ;)
Gut, dann lege ich mal los:
1. Mit welcher Kamera würdest Du bis ans Ende Deiner Tage fotografieren?
Oh je. Das geht ja schon mit einer schweren Frage los :)
Bis ans Ende meiner Tage? Naja, wer weiß, wann dieses Ende erreicht ist? Da die technischen Weiterentwicklungen immer schneller stattfinden glaube ich nicht, dass ich jetzt eine Kamera finde, mit der ich bis ans Ende meiner Tage fotografiere. Andererseits kann ich mir jetzt auch vorstellen, falls das die Technik mitmachen würde, mit meiner aktuellen D80 bis in alle Ewigkeit zu fotografieren. Im Grunde ist das eine solide Kamera, die das macht, was ich will. Über neue Objektive können wir dann ja immer noch reden, oder ;) Ich meine, was will ich mehr? Die D80 macht technisch gute Fotos. Einen schnelleren Serienbildmodus brauche ich (im Moment) nicht und für die Bildgestaltung bin eh ich hinter der Kamera zuständig.
Aber machen wir uns nichts vor. Irgendwann wird bestimmt die Anschaffung einer neuen Kamera anstehen. Welche das sein wird, weiß ich nicht. Aber vermutlich vergeht bis dahin noch relativ viel Zeit und wahrscheinlich ist dort dann ein Vollformatsensor drin. Das beantwortet jetzt zwar die erste Frage nicht so richtig, aber ich belasse es mal dabei :)
2. Zeige uns Deine Lieblingsfotos und erkläre warum Du sie magst.
Tja, Lieblingsfotos. Im Grunde sind alle aktuellen Fotos, die ich in’s Internet lade, meine Lieblingsfotos. Aber ich picke mal ein paar heraus.
Ich beginne mit einem Foto, das im letzten Winter entstanden ist. Wir waren für einen Tag in der Nähe von Füssen und es zeigte sich wieder einmal, dass es sich für mich lohnt, immer die Kamera dabei zu haben. Denn eigentlich war es nicht meine Absicht, an diesem Tag Fotos zu machen. Aber als ich dieses Motiv sah, war ich froh um meinen kleinen gefüllten Fotorucksack :)
Ich mag an diesem Foto besonders die Ruhe und die Stille, die es für mich ausstrahlt. Viel mehr kann ich dazu jetzt auch nicht sagen und lasse lieber das Foto wirken…
Das nächste Foto ist an einem Tag entstanden, an dem ich eigentlich Fotos machen wollte, aber dann erst mal so gar nicht in Fotostimmung gekommen bin. Als ich dann aber ein paar Minuten vor diesem Wald stand kam dieses Motiv plötzlich auf mich zugesprungen. Ich war von der etwas unheimlichen Atmosphäre ergriffen, wechselte vom Weitwinkel auf die 50mm Festbrennweite und… klick ;)
An diesem Foto mag ich natürlich (ihr habt es sicher schon erraten) die unheimliche Atmosphäre ;) Aber ich bin auch ein bisschen stolz darauf, dass mir dieses Foto gelungen ist. Ich habe schon oft versucht, Wald zu fotografieren, kam aber nie mit den vielen Details auf den Fotos zurecht. Durch die vielen Blätter, Äste usw. ist es mir bis dahin nie gelungen, ein Waldfoto mit einer guten Atmosphäre zu erschaffen. Doch an diesem Tag hat es einfach gepasst.
Ja, ich könnte jetzt noch mehr Fotos hier vorstellen, aber ich belasse es bei den beiden. Sehr gut beschreiben, warum ich die Fotos mag, kann ich eh nicht. Es muss einfach das Gefühl dabei passen.
3. Welchen Tipp gibst du jemanden, der gerade anfängt zu fotografieren?
Mit Tipps ist das immer so eine Sache. Man kann sicher haufenweise Tipps geben aber im Prinzip muss jeder selbst für sich herausfinden, was ihm am besten liegt. Aber um den Weg dorthin zu finden vielleicht ein paar Tipps:
Ich denke, dass es wichtig ist, seine Kamera gut zu kennen und sie ohne viel Überlegen bedienen zu können. Denn nur wenn man sich nicht ständig mit technischen Fragen auseinandersetzen muss kann man sich auf die kreativen und gestalterischen Aspekte konzentrieren. Deshalb ist es meiner Meinung nach hilfreich, vor allem in der Anfangszeit viel zu fotografieren und zu experimentieren. So findet man vielleicht auch gleich eine fotografische Richtung die einem liegt und lernt außerdem seine Kamera besser kennen.
Ich finde es auch immer sehr inspirierend, mir Fotos von Anderen anzusehen. Dabei gehe ich jetzt weniger analytisch vor und überlege mir, wie das Foto wohl entstanden sein mag, sondern lasse die Fotos einfach auf mich wirken. Welche Emotionen ruft das Foto in mir hervor? Wie geht es mir dabei?
Ich denke, dass mit der Zeit jeder seinen eigenen Weg findet. Manche haben die Kamera immer dabei, andere nur, wenn sie explizit Fotografieren gehen. Manche ziehen nur mit Stativ los, andere fotografieren nur aus der Hand. Manche planen jedes Foto akribisch bis auf’s kleinste Detail, andere lassen die Fotos einfach auf sich zukommen. Und so weiter und so fort. Und jeder Weg hat seine Berechtigung und jeder Weg ist gut… man muss ihn nur finden.
4. Wähle aus “Kätzchen, Baby, Sonnenuntergang oder Blumen”
Also, da ich irgendwie meine Leidenschaft in der Landschaftsfotografie gefunden habe sage ich spontan: Sonnenuntergang. Und dabei fällt mir ein, dass so ein Sonnenuntergang auf einem Schwarz/Weiß-Foto doch mal ganz interessant wäre. Habe ich jetzt jedenfalls auch noch nie gemacht :)
Ja, und zu den anderen Punkten: Naja, die kann man auch alle gut fotografieren. Blumenfotos habe ich vor einiger Zeit schon viele gemacht und die waren auch nicht schlecht. Nur im Moment liegt mir das nicht so. Zum Kätzchen fotografieren habe ich gerade viele Gelegenheiten, da wir 3 Babykatzen daheim haben. Und Fotos davon gibt’s auch schon hier. Ja, und das Thema Baby kommt noch ;) Und dann gibt’s bestimmt auch ganz viele Fotos :)
Frage beantwortet? Ja, denke schon :)
5. Wem sollten diese Fragen als nächstes gestellt werden?
Diese 5 Fragen bekomm jetzt Monika Andrae, die ich auf Twitter kennenlernen durfte, die schöne Fotos macht und vor kurzem einen hörenswerten Podcast gestartet hat. Ich freue mich auf Deine Antworten :)
Ein Thema, das mich seit langer Zeit immer wieder mal beschäftigt, sind die Lizenzbedingungen meiner Fotos (und was ich sonst noch so mache).
Mein Wunsch war es immer, meine Werke möglichst frei zugänglich zu machen. Schon vor Jahren habe ich mich deshalb für eine der Creative Commons Lizenzen entschieden. Doch die Wahl der passendsten Lizenzart beschäftigt mich bis heute.
Vor einiger Zeit habe ich ja alles auf die cc by-nc umgestellt, was mir sehr gut gefiel, da sie nicht viele Hindernisse in den Weg legt. Doch nach einem Mailwechsel mit Helmut Kaczmarek habe ich mir die Sache nochmal durch den Kopf gehen lassen. Die cc by-nc birgt nämlich das Risiko, dass Bearbeitungen der Werke plötzlich nicht mehr frei verfügbar sein müssen, was mir zuvor nicht ganz bewusst war. Denn eine bearbeitete Version muss ja nicht mehr unter cc stehen, was bedeutet, dass eine weitere Bearbeitung vollkommen losgelöst vom ursprünglichen Urheber existieren kann und unter vollem Urheberrecht des Bearbeiters steht. Um diesem Fall vorzubeugen stehen ab sofort alle meine Werke unter der
- meine Werke zu vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich zu machen - Abwandlungen bzw. Bearbeitungen des Inhaltes anzufertigen
Diese beiden Bedingungen bleiben auch gleich:
- Namensnennung. Das Werk muss mit meinem Namen (evtl. auch mit einem Link auf thomas-stark.net) als Urheber gekennzeichnet sein. - Keine kommerzielle Nutzung. Das Werk darf nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden.
Hinzu kommt dann nur noch diese Bedingung:
- Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Wenn das Werk bearbeitet oder als Grundlage für einen anderen Inhalt verwendet wird, muss das neue Werk auch unter cc by-nc-sa oder einer vergleichbaren Lizenz stehen.
Es ist mir bewusst, dass das neue Hindernisse bei der Verbreitung meiner Fotos schafft, aber beim genauen Betrachten ist das die freiere Lizenz. Durch den Zusatz “sa” werden meine Fotos, etc. nämlich immer unter einer cc-Lizenz bleiben und somit allen zur Verfügung stehen.
Lange Zeit war ich immer sehr begeistert, wenn ich mir mal das Sigma 10-20mm von meinem Bruder ausleihen durfte. Die Einsatzmöglichkeiten in der Landschaftsfotografie waren einfach genial. Doch die Zeiten sind vorbei. Seit ca. einer Woche darf ich nämlich selbst ein 10-20mm mein Eigen nennen. Seitdem ist meine D80 fast dauerhaft damit bestückt.
Dieses Foto entstand bei meiner ersten kleinen Fotorunde mit der neuen Optik am Autobahnsee. Der See war fast komplett mit dünnem Eis bedeckt, was mit der tief stehenden Sonne nette Reflexionen auf der Oberfläche hervorbrachte.
Letzten Freitag war ich dann kurz nach Sonnenaufgang alleine an den Baggerseen bei Mühlhausen unterwegs. Eigentlich wollte ich nur kurz dort vorbeischauen, bin aber dann doch über eine Stunde lang bei ca. -5 Grad langsam um den See gewandert. Durch die (schon etwas dickere) Eisfläche und die langsam erwachende Natur entstand eine unglaubliche Atmosphäre, die mich total begeisterte. Es war eine der besten und entspannendsten Fototouren seit langer Zeit. An vielen Stellen ragten Gegenstände, Pflanzen und Äste aus dem Eis, die alle ein tolles Fotomotiv ergaben. Aus den insgesamt 50 mal, die ich an diesem Morgen abgedrückt habe, sind bisher 4 Fotos entstanden, von denen ich hier einmal 2 vorstellen möchte.
Dieses Foto entstand kurz nach meiner Ankunft, als es noch relativ duster war. Ich entschied mich für ISO400, als Kompromiss zwischen Rauschen und Verwacklungsgefahr und habe die Belichtungskorrektur meiner Kamera auf -1 gestellt, um die dustere Lichtstimmung mit auf das Foto zu bringen.
Beim folgenden Foto nutzte ich die Tatsache, dass das Wasser hier nicht sehr tief war, um mich etwas weiter auf das Eis zu wagen und damit näher an der festgefrorenen Stange zu sein. Dort habe ich dann einige Blickwinkel und Kompositionen getestet, um zum gewünschten Ergebnis zu gelangen. Zuhause habe ich dann mit verschiedenen Farb- und Schwarz/Weiß-Versionen experimentiert und mich dann wieder einmal für s/w entschieden, weil es einfach die Atmosphäre besser transportieren kann.
Die restlichen 2 Fotos gibt’s dann in den nächsten Tagen in meinem photoblog und auf flickr. Und die Baggerseen werde ich in nächster Zeit auch bestimmt noch einmal besuchen.
It’s Weitwinkel-Time :)
Heute will ich einmal kurz auf eine Aktion von Olaf Bathke aufmerksam machen.
Da es auf Twitter etwas mühsam ist, sich gezielt zu einem bestimmten Thema zu vernetzen, hat Olaf auf seinem Blog dazu aufgerufen, sich als twitternder Fotograf in seine Liste einzutragen. Mittlerweile sind schon einige Einträge verzeichnet und es ist jetzt schon eine engere Vernetzung zu spüren.
Also, ganz kurz: In die Liste eintragen, sich durch die Liste klicken und folgen, folgen, folgen.
Viel Spaß! :)
Als ich heute mit meiner Kamera zu Fuß den Rückweg zum Hotel (bin auf Fortbildung) beschritt, hatte ich endlich mal wieder einen meiner fotografischen Momente, in denen es einfach so fließt. Es war ein Moment, in dem das Foto sozusagen zu mir kam, ohne dass ich mir großartig Gedanken machen musste. Ein Moment, in dem ich schon wusste: “Das wird gut!” – und nach wenigen Versuchen war es auch schon im Kasten:
Am Rechner experimentierte ich dann zuerst mit verschiedenen Weißabgleichen und Farbsättigungen. Mit der Zeit stellte ich aber fest, dass Schwarz/Weiß hier wieder einmal die bessere Wahl war. So strahlt das Foto in meinen Augen viel mehr Ruhe und “Meditativität” aus.
Beim Betrachten des fertigen Bildes kam mir dann das Album “Seligpreisung” von Popol Vuh in den Sinn – daher auch der evtl. etwas seltsam anmutende Bildtitel. Ich empfehle euch, das Foto in voller Größe (Rechtsklick->speichern) zu betrachten und dabei dem sechsten Titel des besagten Albums zu lauschen. Zumindest auf mich hatte es eine großartige Wirkung.
Da ich das Lied leider nicht in voller Länge zum Anhören gefunden habe, um es hier zu verlinken, möchte ich euch 5 Gutscheine für diesen Track im iTunes-Store spendieren. Ich gehe einfach mal davon aus, dass jeder mit den Gutscheincodes umgehen kann ;) 4M66HN3PXTTX JE49EWF7JWHW
HTAYX49K6PHP A676TPYK7MLW T6KFHJ3HJK3R
Es wäre nett, wenn jeder, der einen Gutschein verwendet, einen kurzen Kommentar hinterlässt. So kann ich dann den entsprechenden Code ausstreichen und niemand muss verzweifelt die Codes durchprobieren.
So, und jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Anhören und Betrachten!
Und: Genießt den Winter!
Vom 13. bis 15. November fand nun schon zum 7. Mal das Medienkunstlabor lab.30 im Augsburger Kulturhaus Abraxas statt, auf dem wir heuer am Samstagabend ein paar Stunden verbrachten. Geboten wurden uns an diesem Abend eine Ausstellung mit 18 Objekten und Installationen, die überwiegend im Gebäude verteilt waren. Außerdem fanden parallel noch ein paar Live-Performances bzw. Konzerte statt. Um sich mit allen Ausstellungsstücken und Aufführungen intensiv zu beschäftigen, war für uns die Zeit zu kurz. Doch auf ein paar Aspekte möchte ich hier kurz eingehen.
Ausstellung
Piu! Piu!
Meine erste, wenn auch nicht ganz freiwillige, Berührung mit einer Installation war an diesem Tag “Piu! Piu!” von Andreas Gobell und Ulrich Siegmeier. Hierbei geht es um ein (grafisch einfaches) 3D-Computerspiel, das auf eine Leinwand projiziert wurde. Der Spieler, also ich, bekam einen Helm aufgesetzt, auf dem ein Wii-Controler befestigt war. Durch Neigen des Kopfes konnte man so durch auf einen zukommende Hindernisse navigieren. Einige Hindernisse konnten auch zerstört oder “geöffnet” werden, was durch ein lautes “Piu!” bzw. “Aaaahhh!” auszulösen war. Da das Ganze ja sozusagen in der Öffentlichkeit stattfand und man dabei wirklich sehr laut schreien musste, hatte ich ein etwas unangenehmes Gefühl dabei, was aber sicher auch beabsichtigt war. Im Endeffekt war es aber eine sehr interessante Erfahrung, Teil des Spiels zu sein und bedingt durch das laute Schreien Aufmerksamkeit von mir unbekannten Personen zu erhalten.
Standard Time
Diese Videoinstallation war auch sehr nett zu betrachten. Zu sehen war eine Aufzeichnung, auf der insgesamt 70 Arbeiter in Echtzeit aus Brettern 4 Meter hohe Ziffern bauen, die die aktuelle Uhrzeit darstellen. Einerseits hatte es etwas sehr Beruhigendes, wie locker leicht von einer Minute zur anderen die Bretter ummontiert wurden. Andererseits verspürte man aber auch immer wieder einen Zeitdruck und zweifelte daran, ob die nächste Uhrzeit auch rechtzeitig fertig werden würde. Diese Installation könnte ich mir auch sehr gut an einem öffentlichen Platz vorstellen, an dem man sich einfach mal die Zeit nehmen kann, den Mitwirkenden bei der Arbeit zuzusehen.
Appeel
Eine weitere interaktive Installation, die sich durch rege Publikumsbeteiligung auszeichnete war “Appeel” von TheGreenEyl. Anfangs war Appeel einfach nur eine Wand, die gleichmäßig mit blauen runden Aufklebern beklebt war. (Das Foto hier ist nicht vom Samstag. Deshalb orange!) Die Idee bestand nun darin, dass jeder Besucher an beliebigen Stellen Aufkleber abziehen und sie irgendwo auf der Welt wieder anbringen konnte.
So entstanden einerseits (gewollte und zufällige) Muster aus weißen Flecken an der Wand und andererseits waren mit der Zeit auch an mehreren Stellen im Gebäude verschiedenste Muster aus den Stickern zu finden. In dem Beschreibungstext war zu lesen: “Appeel ist ein Virus, das sich durch interagierende Individuen verbreitet.” – Und ich muss sagen: “Es hat funktioniert.” Das Virus hat mit Sicherheit eine große Verbreitung gefunden, da auch einige Besucher die Sticker z.B. an Kleidungsstücken mit nach Hause trugen. Und es dürfte auch einige Zeit dauern, bis das Virus wieder aus dem Abraxas verschwunden ist. Einige Sticker werden wohl noch eine Weile unentdeckt bleiben.
Konzerte/Performances
Mark Polscher
Als wir an diesem Abend das erste mal den Theatersaal betraten, kamen wir in einen abgedunkelten Raum, der von großer Aufmerksamkeit und atmosphärischen, kühlen Klängen erfüllt war. Es waren die letzten Sekunden der Uraufführung von “Anakoluth 3. Zone (and so they come)”, einem vierteiligen Werk von Mark Polscher. Jetzt im Nachhinein ärgere ich mich ein wenig darüber, mich nicht im Vorfeld intensiver mit dem Programm beschäftigt zu haben. Die Aufführung von Polscher hätte mich doch sehr in voller Länge interessiert.
Schade drum. Kann man aber nicht mehr ändern. Nächster Teil:
Modified Toy Orchestra
Unser persönliches Highlight aber war der Auftritt von Modified Toy Orchestra(myspace). Das fünfköpfige Orchester aus Großbritannien lieferte einen Auftritt in einer Art, wie ich sie mir von Kraftwerk immer vorgestellt hatte. Vertieft in die eigene Musik werkelten sie an ihren Instrumenten. Diese bestanden allesamt aus umgebauten Kinderspielsachen wie Barbiepuppen, Geräuschcomputern, Spielzeuggitarren und -keyboards und anderen Spielsachen, die irgendwelche Geräusche von sich geben. Die Stücke hatten alle eine Art C64-Klangästhetik und bewegten sich teilweise im poppigen Bereich und wechselten sich mit eher experimentellen Noise/Glitch-Stücken ab.
Es war ein sehr abwechslungsreiches Programm, das im Hintergrund von einer nicht zu verachtenden Videoperformance begleitet wurde. Den Abschluss der Auftrittes machte “Pocket Calculator“, was meinen Kraftwerk-Eindruck natürlich noch unterstützte. Im Anschluss kauften wir den sympathischen Jungs gleich noch ihr aktuelles Album ab, welches uns auf der Heimfahrt im Auto als Soundtrack diente.
Sonic Wargame
Die letzte Performance im Theater war eine Art “Kampf um das Gehör des Publikums“. Vier Teams traten gegeneinander an, sich Hörbarkeit zu verschaffen. Vor den Türen wurde an das wartende Publikum schon mal vorsichtshalber Gehörschutz verteilt, was auf mich einen etwas befremdlichen Eindruck machte. Schließlich gäbe es ja auch die Möglichkeit, die PA einfach ein wenig leiser zu drehen. Naja. Mit einigen Minuten Verspätung wurden wir ins Theater gelassen und nach einer kurzen Erklärung ging es dann auch schon los. Erst einmal stellte ich fest, dass der Gehörschutz nicht nötig war und versuchte, mich mit offenen Gehörgängen zu orientieren. Ich muss aber leider gestehen, dass mir nach der kurzen Einführung die Regeln nicht klar waren. Ich wusste nur, dass jedes Team versucht, hörbar zu sein, und dass die Teams sich gegenseitig wählen können. Auf einer Leinwand wurde auch versucht, das Ganze grafisch darzustellen. Aber wie gesagt: Ich hab’s leider nicht kapiert. Und somit verließen wir nach ca. 10 Minuten mit gemischten Gefühlen den Saal und schlossen den Abend für uns ab. Aber ich glaube, dass das Sonic Wargame durchaus eine interessante Sache war. Wenn man die Regeln verstanden hat, jedenfalls.
Fazit:
Das lab.30 war wieder einmal eine sehr inspirierende Veranstaltung von der ich viele interessante Eindrücke mit nach Hause genommen habe. Der Abend erweckte in mir wieder die Lust, etwas Neues auszuprobieren. In diesem Zusammenhang wurde ich am Sonntag von @derHoppe auf “Circuit Bending” aufmerksam gemacht. Und ich erinnerte mich daran, bei phu2 (twitter) einmal etwas über Pure Data gelesen zu haben. Beide Themen werden mich in nächster Zeit sicherlich mehr oder weniger beschäftigen. Außerdem freue ich mich schon auf das nächste Jahr im Abraxas. Vielleicht läuft man sich ja dann auch mal über den Weg.
Letzte Kommentare